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Bryozoen
Moostierchen bilden Kolonien. Während die einzelnen Tierchen nicht mehr als 0,3 - 2 mm messen, kann eine Kolonie doch eine ansehnliche Größe erlangen. Im Grammer Ton kann man oft Kolonien in einer Größe von 5 - 10 mm finden. Die Einzeltiere haben ihre Hinterkörper in einer widerstandsfähigen Hülle verborgen. Es ist diese Hülle, die man als Fossil finden kann. Der Vorderkörper, der ebenfalls in die Hülle zurückgezogen werden kann, ist mit Tentakeln (Fangarmen) ausgestattet, die den Mund umgeben. Die Bryozoen sind höher entwickelt, als die Foraminiferen, da ihr Körper mit speziellen Nerven, Muskeln, Ausscheidungsorganen usw. ausgestattet ist.
Aus dem Grammer Ton sind nur drei Arten bekannt, die sich auf zwei Gattungen verteilen, doch diese kommen relativ häufig vor. Im Ton findet man kreisrunde, leicht gewölbte, widerstandsfähige Schalen, worin die Tierkolonien gesessen haben. Mit Hilfe von "Stelzen" am Rande der Kolonien, konnten sie sich etwas über dem Meeresgrund erheben.
Das Vorhandensein von nur drei Arten von Moostierchen im Grammer Ton deutet auf relativ schlechte Lebensbedingungen für diese Tierart hin. Möglicher Weise hängt das mit einem anhaltenden "Tonpartikelregen" im Meer und dem hieraus resultierenden Risiko der Verschüttung zusammen. Eventuell konnten gerade diese drei Arten sich mit Hilfe ihrer Stützbeine etwas bewegen und auf diese Weise frei halten.
Die Tiere können sich geschlechtlich oder ungeschlechtlich fortpflanzen. Aus der geschlechtlichen Fortpflanzung gehen zwei verschiedene Typen von Larven hervor: Die als Cyphonaut bezeichnete planktotrophe Larve stellt die "primitive" Form dar.Sie ernährt sich über Wochen oder sogar Monate hinweg von Nahrungspartikeln im Plankton. Die lecitothrophe Larve setzt sich schon nach einigen Stunden mit der Ventralfläche fest.
Durch Metamorphose entsteht Ancestrula, die ersten 1-6 Zooide einer neuen Kolonie. Darauf folgt dann die ungeschlechtliche Fortpflanzung, durch welche die Kolonie weiter wächst.
Die ungeschlechtliche Fortpflanzung geschieht durch Knospen, ähnlich wie bei einer Pflanze, die bei den Süßwasserarten als Statoblasten bezeichnet werden. Dadurch können große Kolonien entstehen. Die durch ungeschlechtliche Fortpflanzung entstandenen Zooide innerhalb einer Kolonie sind folglich Klone, genetisch identische Nachkommenschaft der Ursprungs-Larve.
Jetztlebende nahe Verwandte dieser Moostierchen leben in relativ warmen Gewässern, unter anderem an der Küste Westafrikas.
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