|
Wale
Seit 1925 hat man 10 größere Teile von Skeletten ausgegraben, die einst zu Bartwalen gehörten, die das Grammer Meer bevölkerten. Drei der Skellette waren fast vollständig erhalten. Es wurden auch einzelne Zahnwalknochen in der Größe eines Meerschweinchens und angeblich einige dessen großer Zähne gefunden, welche an den heutigen Pottwal erinnern. Diese Funde sind jedoch bis heute so spärlich, dass sie keine Basis für eine genauere Beurteilung des Lebens von Zahnwalen im Grammer Meer bilden können.
Trotzdem ist die Museumssammlung an Bartwalskeletten bedeutend und wertvoll, weil ähnliches Material nur an ganz wenigen Stellen der Welt vorhanden ist. Daher wird das Museum in Zukunft noch mehr Zeit für die Analyse derselben investieren. Vorläufig wurde nur eines der Skelette wissenschaftlich evaluiert und das hat unter anderem neue Aspekte für die Beurteilung der Entwicklung von Walen geliefert.
Es herrschte ein Teil Verwunderung über die Häufigkeit von Walskeltten in einem so kleinen Areal, wie der Grammer Ziegelwerksgrube. Das war Nahrung für verschiedene Theorien. Die wahrscheinlichste geht darauf hinaus, das die Gegend um Gram herum vor 8 mio. Jahren mehrere Meeresbuchten auswies, welche trotz Zuganges zum offenen Meer, vom diesem durch Flachwasserbarrieren abgetrennt war, oder einen engen Zugang hatten.
Vielleicht war die Gegend für Bartwale deshalb so attraktiv, weil sie reich an einzelligen Algen, Plankton, Kleinkrebsen und Fischen war. Es könnte sein, dass Bartwale nach ihrer Geburt, angezogen von dieser üppigen Speisekammer, in die Meeresbucht kamen, wo sie aus irgendeinem Grunde nicht wieder hinausfanden und später an Hunger starben. Die Theorie über eine mehr oder weniger geschlossene Meeresbucht könnte auch die Tonablagerungen auf dem Meeresboden erklären, denn solch ein Prozess kann nur in "stillem" (strömungsfreiem) Wasser geschehen.
Die Wale selber sind kein Indikator für die Wassertemperatur im Grammer Meer, da ihre heutigen Verwandten auf ihrem Weg zur Nahrung sowohl kältere als auch wärmere Zonen durchwandern.
|